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Verkehrte Welt?

Die VP plakatiert ja – sehr ansprechend lesbar – die ganze Zeit schon, wie schlecht nicht Veränderung sei. Wirklich schlecht. Quasi BÖSE.

ooevp_veraenderung

(Verkehrt, damit wir beim nächsten PISA-Test in Sachen Komplexität gut abschneiden.)

Allerdings! Anscheinend ist Veränderung doch nicht so schlecht:

watzl_fortschritt

I’m getting mixed messages here.

“Oh monkey washing cat, is there a complex social issue you can’t solve?”

Wir haben zu den Diva-Allüren der ÖVP (wieviele Plakatflächen waren das noch einmal in OÖ? Wie war das noch einmal mit der Medienpräsenz?) momentan (noch) nichts zu sagen (außer unserem letzten Eintrag.

Also machen wir das, was auch John Stewart in dieser Situation zun würde:

Hurra die Gams. Oder: Vielen Dank Herr Strugl!

Wir haben schon befürchtet, sie würden unser Aufmerksamkeitsdefizit nicht befriedigen. Schön, dass wir ihr geschätztes Augenmerk nun haben. Doch wie schlimm. Sie werfen uns unkreative Arbeit vor. Doch wie schlimm. Sie glauben, wir müssten neue Sujets entwerfen, weil wir uns nicht ausreichend über Ihre bestehenden lustig machen könnten. Doch wie schlimm. Sie nehmen uns als Ausrede schmutzigen Wahlkampf zu führen.

Herr Strugl, Sie haben unseren Blog sicher nicht wohlwollend betrachtet, doch ist ihnen nicht aufgefallen dass wir Ihre Plakate nur verfremdet haben, und niemals neue geschaffen? Wir sehen uns in der Tradition des klassischen Adbusting und Loesje. Das können wir. Da sind wir lustig.

Herr Strugl, unser Antrieb ist Ihre Inhaltsleere. Die Themen, die sie Oberösterreich vorgesetzt haben, sind ja gar keine. Lieb ist uns allen etwas. Wir lieben beispielsweise unser Niveau, den Herrn Landeskaiser beim gepflegten Rausch zu zeigen finden wir tief und unnötig.

Herr Strugl, finden sie wirklich, dass der Zusammenhang von unseren „Weil er den Bus verpasst hat“-Bildern, realisiert auf abfotografierten Originalplakaten und optisch ganz große Klasse, zu billigem Abklatsch ihres Spruches vor irgendeinem Foto so leicht zu erkennen ist? Sollten wir uns auf dieses Niveau herablassen, Herr Strugl, Sie würden unsere Handschrift erkennen.

Herr Strugl, kein Mensch (jedenfalls niemand mit dem wir seither gesprochen haben) kannte dieses ominöse „Meuchelfoto“, wie Sie es so schön nennen, bis Sie es in quasi allen Tageszeitungen veröffentlicht haben. Schießen sie sich öfter mal ins Knie?

Wir jedenfalls, die Menschen die hinter der Initiative stehen, wir distanzieren uns. Wir wollen einen saufenden Pühringer nicht sehn, nicht mal in einer Negativkampagne von wem auch immer. Und wir weigern uns, dieses Bild hier an dieser Stelle noch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ihre Initiative gegen verzopften Blödsinn

[Edit:] Der Artikel auf derstandard.at wurde mittlerweile geändert, die “Initative gegen verzopften Blödsinn” wird nicht mehr genannt und beschuldigt, Urheberin des Bilds zu sein. Trotzdem wissen wir, dass Sie das glauben, Herr Strugl.

So sehen unsere Bilder aus...

So sehen unsere Bilder aus...

pv-gemein

Aus aktuellem Anlass

Zwillinge redux: Oder Gratis-Werbung für die ÖVP

Zuerst etwas Theorie: Vor einiger Zeit schrieben Noam Chomsky und Edward Herman Manufacturing Consent, mittlerweile eines der Standardwerke in der Medienforschung und ein instant classic. In Manufacturing Consent entwickelten Chomsky und Herman ein Werkzeug um diverse Einflüsse auf Medienberichterstattung zu analysieren: Das Propagandamodell. Laut Herman und Chomsky haben fünf Faktoren Einfluss auf die Berichterstattung – BesitzerInnen, Einnahmequellen, Flak und Anti-Ideologien. Welche dieser Filter die OÖN und das Volksblatt zur Auswahl und zum Anschnitt des folgenden Bildes bewegt haben. Eine Chronologie:

kiga-plakat

Herzig, nicht? Beachten Sie vor allem die beiden Zwillinge in diesem Bild.

Das Volksblatt, seinerseits Parteiorgan der ÖVP, berichtet in freudentaumelnden Tönen über den “Konjunkturmotor Gratiskindergarten” und lichtete Sigl, Pühringer sowie die Zwillinge “Jonas und Niklas” bei einer Pressekonferenz des Landes Oberösterreich ab.

volksblatt-20090902

Beachten Sie vor allem die beiden Zwillinge. Parteiwerbung, offizielle Veranstaltung des Landes Oberösterreich, what the hell, wo ist der Unterschied, alles peanuts es ist ja Wahlkampf. Aber ja, das Volksblatt hat wirklich keinen Anspruch auf Unabhängigkeit und objektive Berichterstattung.

Die Nachrichten allerdings schon. Beachten Sie den Anschnitt und die Zwillinge, va. im Vergleich zum Volksblatt. Also entweder die KollegInnen von den Nachrichten haben keinen besonders kritischen Blick, oder einer der fünf Filter hat gegriffen. Die EigentümerInnen? Die Einnahmequellen? Oder doch die guten, alten Anti-Ideologien?

ooen-20090902

This just in: VP gegen Deserteure

VP-Justizsprechet findet, dass Desertion der Wehrmacht grundsätzlich nicht so ganz in Ordnung gewesen sein soll

“Dass Widerstand gegen ein Unrechtsregime in Ordnung ist, darüber besteht im Prinzip kein Zweifel”, so der VP-Justizsprecher.”

Wenn Desertion der Wehrmacht als “prinzipiell” (also: eigentlich, sozusagen, quasi) in Ordnung gelte, aber dann doch nicht. Na servas.

Fremde Federn

2009-08-31 19.34.45 Wo beginnen die Grenzen der Propaganda und wo hören sie auf? Die ÖVP OÖ, die neuerdings mit überdimensionierten Fußabdrücken vor Linzer Kindergärten (!) wirbt, scheint darauf eine eindeutige Antwort zu kennen: Es gibt für uns keine Grenzen, in Oberösterreich können wir sowieso machen was WIR wollen. Dazu gehört es offensichtlich auch, die ganz Kleinen schon mit Propaganda zu zu müllen.
Würden sie dabei wenigstens bei der Wahrheit bleiben: Jahrelang hat sich die ÖVP gegen den Gratis-Kindergarten gewehrt, nun nehmen sie diese Forderung für sich in Anspruch. Und schmücken sich ungeniert mit den Federn anderer. Pühringer, der in  seinem “Wahlprogramm” die Wiedereinführung des Berufbildes “Hauswirtschaft” fordert, verkörpert den Gratis-Kindergarten ähnlich glaubhaft wie Ratzinger, die Pius Brüder oder ein durchschnittlicher Taliban.

Neue Fotostrecke

pinooe-kaiserNeu im Peppi-Defekt:

Peppi-Fotostrecke # 3: In schwierigen Zeiten, dreh ich Däumchen.

Strukturkonservatismus entscheidet

Eine neue Woche, eine neue Plakatserie, oder im Falle der ÖVP: Ein paar Dutzend neue Plakatserien – bei kolportierten 15 000 Plakatflächen in Linz muss halt irgendwas geklebt werden. Verstehen wir, wir nutzen ja auch Twitter weil wir sonst nichts zu tun haben. (Nur ein Eintrag auf Twitter kostet uns keine tausend Netsch im Monat.) Auf jeden Fall ein paar quick shots und thoughts:

Im Reich der Assoziationen machten wir uns jene Ideen Untertan, die die Volkspartei auf ihren Bullen zu verlautbaren gedachte:

pinooe-kaiser

Weil’s, betrachtet man die Korrelation zwischen Inhalt und Plakatfläche, erstens wirklich nur darum geht und wer sich so grinsend auf ein Plakat pappen lässt, dem gehört’s nicht anders. So. Die Initiative reagiert allergisch auf Allmachtsansprüche und Staatsvaterphantasien. Und unser ÖVP-”Zukunftsprogramm” haben wir übrigens immer noch nicht erhalten.

Sie sehen ein Revolverblatt, wir eine Werbung ..

Bild 22
Aus KRONEN ZEITUNG, OÖ inoffiziell von 30.8.2009

(Scheint’s als ob wir die siebenköpfige Hydra der österreichischen Medienlandschaft wenn nicht befriedet, dann zumindest vorübergehend betört haben – die Initiative sagt “Danke” und weist in diesem Zusammenhang auf einen äußerst wichtigen Dokumentarfilm hin.)

Sooperkuh schreibt:

Wie der Feuerwehrmann, der gern einmal ein bissl zündelt,wenn von selbst nix brennt, so pickt die ÖVP (oder ihr nahestehende Kids, whatever) offenbar gerne Pickerl, um sich dann nachher über die böse Verschmutzung, den schlimmen Vandalismus und geringen Respekt vor dem Eigentum anderer echauffieren zu können. Dabei würde es in dem Fall wohl reichen, wenn man der eigenen Parteijugend ein bissl Hirn einimpfte.

Und hat ein tolles Foto dazu gemacht – ich hab die Pickerl zwar auch schon gesehen, allerdings nicht in dieser schwarmhaften Konzentration.

Auch die ÖVP Linz Stadt hat es nicht so mit dem Web 2.0

Da die Initiative heute mit Kreislaufproblemen herumeiert gibt’s nur lazy Webwatch. Theorie: Eine Homepage sagt viel mehr über eine Partei aus, als auf den ersten Blick auffällt. Watzl hat (lt. Plakaten) noch viel für Linz vor, wenn er seine Forderungen in der selben Geschwindigkeit umsetzt wie seine Homepage aktualisiert wird müssen wir uns nicht vor zuvielen Kameras in Linz fürchten:

VP Stadt kein Update

Letztes Update: 20. Juli 2009.

PS: YKWYA, Thanks for the heads up!

Bloß nicht heute denken!

Irrwitzige Punktuation und dezente Doppeldeutigkeit – da hat jemand wohl eine sehr teure Agentur beauftragt:

Zukunftsprogramm OÖ

Das “Zukunftsprogramm” der ÖVP trägt diesen schmucken Titel – dass sie weder gestern noch heute gedacht hat, beweist die Politik der letzten 6 12 18 Jahre. Dass die VP allerdings nicht einmal vor hat, morgen zu denken zu beginnen, ist neu. Und eine überraschend ehrliche Selbsteinschätzung.

Shades of Kampusch

Ich muss mich immer wieder über das durchschnittliche Maß an Sexismus in unserer Medienlandschaft wundern, bzw. erregen. Heute: Vor 18 Jahre Entführte hat zwei Kinder mit Entführer titeln die Nachrichten in Schlagzeilen heischend-angeekelter Verzückung. Jaycee Lee Dugard, heute 29, ist nach 18 Jahren Entführung, Gefangenschaft und sexuellem Mißbrauch wieder frei. Ereignisse dieser Art machen die sonst so forschen oberösterreichischen Medien vorsichtig; statt “Entführung” wurde sie “festgehalten”, statt “Vergewaltigung” sprechen wir nun von “hat mit ihrem Entführer ein Kind gezeugt.”

Dieser Abstand von (a) deskriptivem und (b) verurteilendem Vokabular hin zu einer weichgespült-neutralen “man kann ja nicht wissen, was da passiert ist, vielleicht hat sie ihn ja gemocht (mit der Implikation, dass Gefühle, wie sie zustande gekommen sind, Gewalt seitens des Entführers sofort aufhebt)” macht den latenten Sexismus, der immer und immer wieder auftaucht, wenn über Ereignisse berichtet wird, die eigentlich als unvorstellbar und unkommentierbar gelten, sichtbar(er). Shades of Kampusch – die Profil Kolumnistin Elfriede Hammerl hat sich intensiv mit dem Phänomen auseinandergesetzt – wenn etwas so unvorstellbar ist, dass es gar nicht passieren kann weil es nicht passieren darf, dann setzt victim blaming ein. Und vicitim blaming fängt da an, wenn man die Sachverhalte nicht beim Namen nennt – er habe mit ihr Kinder gezeugt, nicht: er hat sie vergewaltigt.

Also, sg. Nachrichten hier ein paar Schlagworte, die in diesem Artikel hätten vorkommen müssen, wenn sie an objektiver Berichterstattung interessiert gewesen wären: Gewalt, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Macht, Kontrolle, Konditionierung, Abhängigkeit, Verbrechen, Verbrecher, Menschenwürde.

Bis dahin:

Because your point of view really is medival.

Weil er Linz nicht lieb hat ..

meduni..Das ist kein Plakat von uns, sondern ein ernst gemeintes Sujet der ÖVP. Bernhard Baier (JVP-Obmann von OÖ) kennt offensichtlich nicht einmal den Namen der oberösterreichischen Landeshauptstadt.

Wir fragen: Ist das ein

O Dussel
O Pupskopf
O Vollkoffer
O Upperclass Twit of the Year

p.s. Danke an den anonymen Spender.

Weil es anscheinend nicht oft genug gesagt werden kann:

Banner_rechtes Gedankengut

Danke und gute Nacht.

Die Grünen haben es nicht so mit dem Web 2.0

Ich verstehe Twitter ja grundsätzlich nicht – außer dass es irgendwie den Iran befreit hat. Aber ich bin auch ein Mensch, der sich über die Verlängerung SMS gefreut hat. Ganz praktisch ist allerdings der Feed von linz_news (ich hoffe, dass das irgendwie automatisch geht und nicht ein dressierter Affe die ganze Zeit auf ‘Erneuern’ bei den 20 linz-spezifischen Seiten die’s gibt drücken muss) – so fordern die Gründen lt. linz_news ein Haus der Geschichte. Das hat mich neugierig gemacht – weil Museen hättten wir ja eigentlich schon seit ein paar hundert Jahren.

Als ich dann dem Link gefollowed bin (weil mehr gibt es auf Twitter nicht zu tun außer twittern und followen) stieß ich auf das hier:

GrüneLinz down

Das erinnert doch an den Anschober-Effekt.

Wie war nochmal dieses Sprichwort?

Achja, wenn man von der Stelze spricht … (oder auf OÖ: Wemavondastöznredt …): Die ÖVP Wels in Gestalt ihrer Spitzenkandidatin Anna Eisenrauch distanziert sich ausdrücklich nicht von Ludwig Reinthaler, ehemaliges Mitglieder ÖVP und jetzt Oberstabsführer Chef der Bunten (also den ganz, ganz Rrrrrechten in Wels, die auch zur Gemeinderats- und BürgerInnenmeisterInnenwahl nicht zugelassen wurden, gegen Reinthaler wird wg. Verdachts auf Wiederbetätigung ermittelt), sondern kuschelt:

“Er hat versprochen, im Falle einer Bürgermeister-Stichwahl für mich eine Wahlempfehlung abzugeben. Hätte ich da nein sagen sollen?”

Jup, Frau Eisenrauch, hätten Sie. Und dann noch auf die andere Seite des Raumes wechseln, die Medien informieren, dass sie diese Wahlempfehlung auf jeden Fall und ohne jeden Zweifel abgelehnt haben. Das hätten Sie tun sollen.

Linkspam: Und die Politik heute

- ist sehr ruhig und ein bißchen bedeckt, am Nachmittag könnte es zu Auflockerungen kommen.

*) Einkommensabhängiges Kindergeld fix (und ein für die OÖN überraschend differenzierter und weitsichtiger Kommentar)

*) Die ÖVP Linz Stadt beweist erneut, dass sie die Gebrauchsanweisung des demokratischen Systems Österreich nicht wirklich gelesen hat: “Auch Grüne wollen 15 der 61 Mandate in die Hände von Ausländern geben!” (Hervorhebung I.), dazu später mehr.

*) Urteile vom VfGH in Österreich sind anscheinend nur noch guidelines

*) Spannendes Stück regionale Zeitgeschichte (von der es, im Übrigen, in der Linzer Blogosphäre viel zu wenig gibt)

*)Wie wichtig ist es, einen Ribiselkuchen zu backen: Erstens, weil mir die politische Berichterstattung ausgegangen ist, um eine anständige Linkliste zu erstellen, zweitens weil: die Personen, die in der Entstehung dieser Überschrift involviert waren (Autor/-in, Chefredaktion, Lektorat) müssen einfach ganz harte Hunde sein. Embrace the Sommerloch, sage ich nur – Props, liebe Heute, Props!

*) Auf geht’s, ab geht’s: Das Volksblatt entwarnt erleichtert: “[Sinkende] Heiratszahlen erstmals seit Jahrzehnten gestoppt” und erklärt dieses Phänomen mit: “Der Hafen der Ehe hat, wie es Häfen so an sich haben, sicherlich etwas beruhigendes.” Das hat Tiefe. Liebes Volksblatt, wenn Sie wirklich nachhaltiges Interesse an der Steigerung der Eheverträge in Österreich haben, dann empfehle ich Ihnen, ein bißchen Propaganda für die Erweiterung der Zielgruppe zu machen.

S.g. Herr Strugl,

Zuerst: Nehmen Sie ihre Griffel von Bruno Kreisky, dann können wir reden.  Um mit Bruno Kreisky um sich zu schmeißen oder ihm sogar ein saloppes “frei nach” umhängen zu dürfen, müssen Sie zumindest drei gundlegende Kriterien der kreisky’schen Kommunikation erfüllen: Wissen, was Sie sagen, wissen, warum Sie es sagen und nach Möglichkeit dabei möglichst witzig/scharf/unbeschwert klingen. Wenn Sie das nicht schaffen, dann lassen sie die Finger vom Alten. (Das gilt übrigens auch für die SPÖ)

In eigener Sache: Allesmussraus.at – an Opening

allesmussraus.at öffnet heute ihre Pforten – die Homebase der “Initative gegen verzopften Blödsinn” im Wahlkampf. Wir werden hier in den kommenden Wochen den Wahlkampf in Oberösterreich kommentieren.

Über die “Initative gegen verzopften Blödsinn”

Die Initiative setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

Initiatịve, die; -, -n [.. we] 〈lat.〉
1. Fähigkeit, aus eigenem Antrieb zu handeln, Entschlusskraft, Unternehmungsgeist: die eigene, fremde, politische, schöpferische, private I. (…); erster Schritt zu einer Handlung: die I. ergreifen, auslösen;

verzọpft /part. Adj./ spießbürgerlich, altmodisch, verknöchert: das Leben in der Provinz war damals spießig und v.; ein v. Bürokrat

Blöd-, blöd-:-sinn, der /ohne Pl./ salopp
1. dummes, sinnloses Geschwätz: er redet lauter B.; das ist höherer, blühender B.; ich konnte mir den B. nicht länger mit anhören
2. unkluge, sinnlose Handlung: mache keinen B.!; die Jungen stellten lauter B. an;
-sinnig /Adj./

Warum das Ganze? Wir konnten das Gemenge aus Halbwahrheiten und schlichtem Blödsinn einfach nicht mehr ertragen und machten das, was andere Menschen in dieser Situation tun: Einen Blog erstellen, Photoshop anwerfen und mit Kamera und nicht verschobenen Realitätssinn das lustige Treiben beobachten. Bei unseren Streifzügen ist uns vor allem die ÖVP Land und Stadt aufgefallen: Mit einer eigenartigen Mischung aus Balls of Steel und gelebten Dadaismus gibt es hier vielzuviel zu kommentieren. Die einen verzichten ganz und gar auf Inhalte und plakatieren Landesvater Pühringer im “Wer, wenn nicht er?”-Stil, die anderen versuchen mit der guten, alten Panikmache: Linz muss sicherer werden, Spritzen und Kinder vertragen sich nicht und Kameras lösen alle Probleme. Das kann nicht gut ausgehen.

Und dann müssen sie ihn auch noch stützen?

arbeiterInnenIn Oberösterreich haben sehr viele Menschen keine Arbeit. Junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren sind von Arbeitslosigkeit besonders betroffen: Jeder fünfte Jugendliche in Oberösterreich ist arbeitslos. Erst unlängst hat die ÖVP OÖ wieder den Antrag nach einem “garantierten Ausbildungsplatz für jeden Jugendlichen“ abgelehnt. Ob “unser Landeshauptmann” den jungen ArbeitnehmerInnen am Bild davon erzählt hat? Und dann müssen sie ihn auch noch stützen?

Weil er herumsteht ..

puehringer-unverändertKlotzen nicht kleckern; das ist das Motto, unter dem die ÖVP OÖ momentan operiert. In diesem Maßstab durchaus erfolgreich – welche Partei kann es sich sonst leisten, ihren Chef riesig, kontemplativ starrend und ohne Inhalt zu plakatieren? Pühringer vor der ländlichen Idylle, DIE ER LIEBT, auf die Wälder blickend, DIE ER LIEBT, in einem legeren Outfit, DAS ER LIEBT – ein gelungenes Konzept.

Wäre da nicht (a) diese kleine Sache mit der Verscherbelei und (b) das Faktum, das diese Plakate politisch völlig inhaltsleer sind (außer dem Hinweis, dass Pühringer eben LIEBT). Wir haben da etwas nachgeholfen – unsere Antworten, warum Pühringer da mal eben so LIEBEND rumsteht:

Weil er den Bus verpasst hat.jpg

Von diesen Plakaten gibt es noch mehr: Du findest alle ersten Bilder der Reihe: “Weil er … ” in der Bildergalerie unter “Ausverkauf”.

“Wenn wir Angst haben, raschelt es überall” – Sophokles

Auch die ÖVP Linz-Stadt unter der Leitung von “Poster-Boy” Erich Watzl hat sich mittlerweile in den Wahlkampf gestürzt und einen Klassiker hervorgekramt: Das gute, alte “Sicherheitsthema”. Irgendwo muss im Prozess der Themenfindung der Konservativen einen “point of no return” geben, der sie immer und immer wieder beim “Sicherheitsthema” landen lässt. Wir stellen uns das ungefähr so vor:

1.) Hilfe, es sind Wahlen!
2.) ???
3.) Sicherheit!

Und in der Konkretisierung dann:

1.) Kontrolle ist gut!
2.) ???
3.) Kontrolle durch Überwachung! Überwachung ist geil! Alle lieben Überwachung!

Oder, um es grafisch darzustellen:

Grafik-Watzl

Denn nichts sagt “Hilfe, ich muss eine Wahl gewinnen” wie die schnelle Platzierung eines Angstmachers. Mit ihrer Retro-Kampagne zum Thema “Sicherheit” bzw. “Sicherheitsgefühl” (da wird’s schon unkonkret), komplett mit Messern, Spritzen und Watzl in vermeintlich staatstragender Pose sucht die ÖVP die LinzerInnen aufzuklären, wie gefährlich die Stadt denn nicht sei. Im Kern lassen sich die Watzl-Forderungen so beschreiben: Mehr Überwachung überall, das Vertreiben von jungen Menschen durch Jugendplanquadrate und Jugendrazzien von öffentlichen Plätzen, eine Stadtwache (sprich: wildfremde, unqualifizierte Personen mit Militärfantasien, vor denen man/frau sich zu rechtfertigen hat) und keine Spritzen für Kinder.

Ja, auch die ÖVP ist mit ihrem Begriff der “Sicherheit” in den 1980igern angekommen.[*]

Da die “Initative gegen verzopften Blödsinn”  auf Halbwahrheiten (in Wahlkämpfen) gereizt reagiert, kurz ein paar Worte zu diesen – nun, nennen wir sie – “Konzepten”:

1. Überwachung per se ist keine Maßnahme, um Verbrechen vorzubeugen. Deutlicher: Überwachung per se macht nicht sicher. Der Zusammenhang zwischen dem – von Watzl propagierten – Aufstellen von Videokameras und einer Abnahme von Verbrechen ist absolut, zu 100 % und nun wirklich gar nicht bewiesen. Aber hey, wer wird sich schon mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinandersetzen, wenn es Wahlen zu schlagen und Leute zu verängstigen gilt?

Bild 14Auf der anderen Seite ergibt sich aus Überwachung ein Rattenschwanz an Problemen, die ohnehin schon bekannt sind. Wer überwacht die ÜberwacherInnen? Menschen, die wirklich etwas zu verbergen haben (Stichwort: organisiertes Verbrechen), können Kameras relativ leicht umgehen. Und: Gewaltverbrechen, d.h. Verbrechen, wo Menschen immaterieller psychischer wie physischer Schaden zugefügt wird, werden durch Kameras nicht verhindert.

2. Wenn wir schon beim Thema “Sicherheit” sind – die Aufbereitung der ÖVP ist ungefähr die undifferenzierteste und banalste, die es seit langem gegeben hat – nur der Neusiedlersee ist seichter. Wir liefern gerne ein paar Denkanstöße, denn “Sicherheit” an sich ist erwähnens- und diskutierenswert. Zum Beispiel: Die Sicherheit von Frauen, Sicherheit und Gewalt, Gewalt unter und gegen Jugendliche (ein Thema, mit dem sich Österreich anscheinend gerade schwer tut). Was passiert eigentlich mit den Daten, die durch Überwachung produziert werden?

Der Feuereifer, mit dem sich Watzl auf diese Idee der totalen Überwachung von Linz stützt, lässt vermuten, dass es ihm eigentlich mehr um die totale Überwachung, denn um Sicherheit und Prävention von Verbrechen und Gewalt geht. Wie soll das bitte gut ausgehen?

[*]Mit ihrer Plakatgestaltung im Übrigen auch.

Du findest die Reihe unserer Vorschläge, wie sich Watzl Sicherheit vorstellt, in der Gallery unter dem Menüpunkt “Watzl-Effekt”. Schau rein!

Alles muss raus!

Oberösterreich war mal ein reiches Land. Mittlerweile hat er, “der Oberösterreich liebt”, einen Großteil des öffentlichen Vermögens – wie Wohnbaudarlehen und Energie AG-Anteile – an Private verscherbelt. Das ist nicht gut für Oberösterreich: Das Land steckt in einem großen Budget-Loch – wenn Pühringer etwas anderes behauptet, streut er der Bevölkerung Sand in die Augen. Wenig hilft es auch, die Bilanz durch waghalsige Vermögensaufstellungen zu verschönern (z.B. Miteinberechnung der Gegenstände der natur- und kulturwissenschaftlichen Sammlungen des Landes, der Landesgalerie und der Bibliotheksammlung). Die Finanzprobleme des Landes werden auch von der von Pühringer selbst oft zitierten Ratingagentur bestätigt:

Die derzeitige Regierung hat im Finanzleitbild den Erhalt der Schuldenfreiheit als politisches Ziel festgesetzt. Zudem gilt das Erreichen und Aufrechterhalten einer möglichst hohen Investitionsquote als Ziel postuliert, wodurch in den letzten Jahren die durch Verkäufe von Landesbeteiligungen und -vermögen angesammelten Reserven fast vollständig aufgezehrt wurden und in 2008 wiederaufgefüllt werden mussten. Die nächste Landesregierung wird über eine Neubewertung dieser an sich widerstrebenden zwei Ziele entscheiden müssen, da weitere Beteiligungsverkäufe in den nächsten Jahren nur schwer zu realisieren sein dürften.

Rating Seite 7, Analyse Oberösterreich von Standard & Poor’s: http://www.ooe.gv.at/cps/rde/xbcr/SID-4B03F17C-C5912053/ooe/Standard_and_Poors_aktuell.pdf

Pühringer sieht, was er alles verkaufen möchte:

Wenn er seinen Blick auf das weite, gelobte Land richtet, sieht er, was er alles verkaufen will. Die gesamte Fotostrecke findest du unter dem Menüpunkt: Peppi-Effekt.

Der Anschober Defekt #2

Auch Die Grünen blasen zum Wahlkampf und eröffnen mit:

Anschober Effekt

Um dieses Plakat zu kommentieren, muss die Initiative auf Internet-Slang zurückgreifen: EPIC FAIL. Und nochmal als Bild:

http://www.allesmussraus.at/wp-content/uploads/2009/08/failboat_arrival.jpg

Die Initiative wünscht den Grünen auf jeden Fall viel Spaß im Wahlkampf 2009. PS: Ihre Website ist sehr instabil.

Der Anschober Defekt #1

http://www.allesmussraus.at/wp-content/uploads/2009/08/Anschoberdown.pngSelten kommunizierte eine Partei ihr Selbstbild so deutlich wie die Grünen es hier gerade tun. Wer die Homepage heute nachmittag ansurfte, entdeckte folgendes Bild: No pages found. Hut ab!